Amazon FBA und die US LLC sind ein Traumpaar, sagt das Internet. Stimmt sogar, aber aus anderen Gründen, als die meisten Videos behaupten, und mit zwei Themen, bei denen du sauber denken musst: Sales Tax und die Lagerfrage. Hier ist das Setup, wie wir es hunderten Sellern eingerichtet haben, ohne Märchen.
Warum die LLC für FBA-Seller Sinn ergibt
Der eigentliche Grund ist profan und mächtig zugleich: Amazon.com will einen sauberen US-Marktteilnehmer sehen. Mit LLC, EIN und US-Konto läuft dein Seller-Central-Setup rund: US-Auszahlungskonto ohne Umweg über Währungsdienstleister, W-9-Logik statt Quellensteuer-Diskussionen im US-Store, professionelles Auftreten gegenüber Lieferanten und ein Import-Setup, bei dem deine LLC als Importer of Record auftreten kann; die Grundlagen dazu erklärt die US-Zollbehörde CBP. Dazu kommt die vertraute Steuerlogik: Die transparente LLC zahlt selbst keine US-Körperschaftsteuer, besteuert wird bei dir am Wohnsitz.
Sales Tax: entspannter als sein Ruf
Vor einigen Jahren war Sales Tax der Albtraum jedes FBA-Sellers: Registrierungen in dutzenden Staaten, weil Amazons Lagernetz überall Nexus erzeugte. Diese Welt existiert so nicht mehr. Nahezu alle Bundesstaaten haben Marketplace-Facilitator-Gesetze: Amazon selbst berechnet, kassiert und meldet die Sales Tax für Marketplace-Verkäufe, stellvertretend für dich. Wie so ein Gesetz aussieht, zeigt exemplarisch die kalifornische Steuerbehörde CDTFA. Was dir bleibt, sind Randfälle: eigener Shop neben Amazon (dann zählt dein eigener Nexus), einzelne Registrierungs-Restpflichten je nach Staat, und die Buchhaltungs-Hygiene, Amazons Abrechnungen korrekt zu lesen. Grundangst unbegründet, Sorgfalt trotzdem Pflicht, die Details haben wir im Sales-Tax-Artikel aufgeschrieben.
Die Lagerfrage: hier trennt sich Ehrlichkeit von Verkaufsprosa
Jetzt das Thema, das viele Anbieter elegant überspringen. Deine Ware liegt physisch in US-Lagern. Macht dich das in den USA einkommensteuerpflichtig? Die amerikanische Frage dahinter heißt Engaged in a Trade or Business / Effectively Connected Income, die IRS erläutert die Grundzüge hier. Die ehrliche Antwort: Die reine Nutzung von Amazons Logistik gilt nach verbreiteter Praxis nicht als eigene US-Geschäftstätigkeit, weil Amazon als unabhängiger Dienstleister agiert und du weder Personal noch feste Einrichtung in den USA hast. Aber es ist eine Einordnung mit Grauzonen, keine Garantie aus dem Gesetz, und sie kippt, sobald du eigene Strukturen in den USA aufbaust: eigenes Lager, eigene Leute, eigene Büros. Wer dir verspricht, das Thema existiere nicht, verkauft dir Prosa. Wer es kennt und sein Setup danach baut, schläft ruhig.
Für die Wohnsitz-Seite gilt dasselbe wie immer: Das Modell trägt, wenn du ausgewandert bist oder in einem steuergünstigen Land lebst; die Betriebsstätten-Logik deines Wohnsitzlandes bleibt der zweite Prüfstein.
Welcher Staat für FBA?
Da Amazon die Sales Tax der Marketplace-Verkäufe übernimmt, ist der Sitzstaat keine Sales-Tax-Entscheidung, sondern eine Frage von Diskretion und Auftreten: Wyoming als Standard, Florida für die sichtbare US-Präsenz mit Lifestyle-Faktor. Den Überblick gibt der Bundesstaaten-Atlas.
Dein nächster Schritt
Wenn dein FBA-Business startklar werden soll: Bestelle das Komplettpaket, mit EIN, Konto-Begleitung und der jährlichen US-Steuererklärung, die auch die Entnahmen sauber erfasst. Wenn dein Fall Substanzfragen aufwirft, eigenes Lager, US-Mitarbeiter, Private-Label-Import in großem Stil, buche ein Beratungsgespräch mit Sebastian: eine Stunde, ehrliches Feedback, 15-Minuten-Garantie.
Beratung gefällig?
Nullsteuer.llc ist ein Serviceangebot der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas.
Gründer der Kanzlei Mount Bonnell, Austin, Texas. Betreut E-Commerce-Mandanten seit den Zeiten, als Sales Tax noch ein echter Albtraum war.

