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US LLC Kosten 2026: Die ehrliche Vollkostenrechnung statt 50-Dollar-Märchen

Die Gründungsgebühr ist der kleinste Posten. Was eine US LLC 2026 wirklich kostet: Staatsgebühren, Jahressteuern, Registered Agent und Form 5472.

Veröffentlicht: 13. Oktober 2026

Wer nach den Kosten einer US LLC sucht, findet schnell Zahlen, die verlocken: 50 Dollar, 100 Dollar, Gründung in 24 Stunden. Die Zahlen sind meist nicht erfunden. Sie stimmen nur für einen einzigen Posten, die Gebühr, die der Bundesstaat für die Anmeldung der Gesellschaft verlangt. Diese Gebühr ist der kleinste Teil dessen, was eine LLC über die Jahre kostet. Wer ehrlich rechnen will, braucht eine Liste aller Posten, die einmal und die jedes Jahr anfallen, und einen Blick auf die Strafen, die teurer werden als alles andere zusammen.

Die einmaligen Kosten: was die Gründung beim Staat kostet

Jeder Bundesstaat legt seine Gebühren selbst fest. Drei Staaten, die für ausländische Gründer oft verglichen werden, zeigen die Spanne:

Wyoming verlangt für die Articles of Organization nach der Gebührenordnung, gültig seit 1. Juli 2026, 100 Dollar.

Delaware nimmt für die Gründung einer LLC laut Gebührenordnung, Stand 1. August 2026, 110 Dollar, eine beglaubigte Kopie kostet 50 Dollar extra. Wer es eilig hat, zahlt für Bearbeitung am selben Tag 100 Dollar, für 24 Stunden 50 Dollar zusätzlich.

Texas verlangt auf dem aktuellen Formular 205 für die LLC-Gründung, Stand September 2026, 300 Dollar.

Dazu kommen Posten, die nicht der Staat erhebt. Die EIN, die US-Steuernummer der LLC, vergibt die IRS kostenlos; die IRS warnt ausdrücklich vor Websites, die dafür Geld verlangen. Bezahlt wird aber die Arbeit: Das Online-Verfahren setzt nach den Angaben der IRS die SSN oder ITIN der verantwortlichen Person voraus und steht nicht zur Verfügung, wenn der Hauptgeschäftssitz außerhalb der USA liegt. Dann läuft der Antrag per Telefon, Fax oder Post, und jemand muss ihn vorbereiten und einreichen. Ebenso die Satzung, also das Operating Agreement, das bei keinem Secretary of State eingereicht wird, das aber jede Bank sehen will.

Die laufenden Kosten: was jedes Jahr fällig wird

Hier entscheidet sich, ob eine LLC günstig ist oder nur günstig aussieht.

Wyoming erhebt jedes Jahr eine Annual Report License Tax: 60 Dollar oder zwei Zehntel Promille des Vermögens, das die LLC in Wyoming hat, je nachdem, was höher ist. Für eine LLC ohne Vermögen in Wyoming bleibt es bei 60 Dollar.

Delaware verlangt von jeder LLC eine jährliche Steuer von 400 Dollar, fällig für das Vorjahr bis zum 1. Juni. Das steht in den Steuerhinweisen der Division of Corporations. Einen Jahresbericht müssen LLCs in Delaware nicht einreichen. Wer zu spät zahlt, zahlt 200 Dollar Säumniszuschlag plus 1,5 Prozent Zinsen pro Monat auf Steuer und Zuschlag. Eine anteilige Kürzung für ein angebrochenes Jahr gibt es nicht.

Texas kennt keine pauschale Jahresgebühr, aber die Franchise Tax. Für die Berichtsjahre 2026 und 2027 liegt die Schwelle, unter der keine Steuer anfällt, laut Comptroller bei 2.650.000 Dollar Umsatz. Wer darunter bleibt, zahlt nichts, muss aber trotzdem bis zum 15. Mai einen Public Information Report oder Ownership Information Report einreichen. Wer das versäumt, bekommt vom Comptroller die Ankündigung, dass die Gesellschaft ihr Recht verliert, in Texas Geschäfte zu betreiben (Notice of Intent to Forfeit Right to Transact Business).

Dazu kommt in jedem Staat der Registered Agent. Das ist die gesetzlich vorgeschriebene Zustelladresse im Gründungsstaat, an die Behörden und Gerichte Post schicken. Wer selbst nicht im Staat wohnt, braucht einen Dienstleister, und der kostet jedes Jahr. Wie teuer es wird, wenn er fehlt, zeigt Wyoming: Die Wiederherstellung einer LLC, die ohne Registered Agent war, kostet dort nach der Gebührenordnung 350 Dollar, die nach versäumter Jahressteuer 100 Dollar.

Wie die beiden bekanntesten Gründungsstaaten sich jenseits der Gebühren unterscheiden, steht im Vergleich Wyoming oder Delaware?.

Was die 24-Stunden-Gründung wirklich kostet

Die Werbung mit der Gründung über Nacht hat einen Preis, und die Staaten nennen ihn offen. Wyoming bietet laut Gebührenordnung eine Bearbeitung am selben Geschäftstag für 1.400 Dollar an, am nächsten Geschäftstag für 700 Dollar. Delaware verlangt für Bearbeitung binnen einer Stunde 1.000 Dollar, binnen zwei Stunden 500 Dollar, für 24 Stunden bei der LLC-Gründung 50 Dollar. Das sind Aufschläge auf die eigentliche Gebühr.

Ob sich das lohnt, hängt an etwas anderem: Die Registrierung beim Staat ist selten der Engpass. Wer schnell ein Bankkonto braucht, wartet vor allem auf die EIN, und die beantragen ausländische Gründer mit Sitz außerhalb der USA per Telefon, Fax oder Post statt über das Online-Formular. Dazu kommen die Prüfung durch die Bank und die Unterlagen, die sie sehen will. Eine Eilgebühr beim Staat beschleunigt nur den ersten von mehreren Schritten, und das zu einem Preis, der die eigentliche Gründungsgebühr um ein Vielfaches übersteigen kann.

Was Änderungen und das Ende kosten

Auch spätere Schritte kosten Gebühren, die in keiner Werbung stehen. Eine Änderung der Gründungsurkunde, etwa ein neuer Name, kostet in Wyoming 60 Dollar, in Delaware 220 Dollar. Ein Wechsel des Registered Agent kostet in Delaware 50 Dollar, in Wyoming 5 Dollar.

Und wer seine LLC eines Tages auflösen will, zahlt auch dafür. In Wyoming fallen für die Auflösung nach der Gebührenordnung 60 Dollar an. In Delaware kostet die Löschung einer LLC 220 Dollar, und vorher müssen alle offenen Jahressteuern bezahlt sein. Eine LLC, die man jahrelang vergessen hat, lässt sich in Delaware also nicht einfach schließen, sondern erst, nachdem die Rückstände mit Zuschlägen und Zinsen beglichen sind. Die Kosten einer LLC enden damit nicht, wenn man sie nicht mehr nutzt, sondern erst, wenn sie ordentlich gelöscht ist.

Der teuerste Posten ist eine vergessene Meldung

Eine LLC mit einem einzigen ausländischen Eigentümer ist für die US-Einkommensteuer in der Regel eine transparente Einheit, eine sogenannte Disregarded Entity. Eine eigene Einkommensteuererklärung muss sie nach den IRS-Anweisungen nicht abgeben. Eine Meldepflicht hat sie trotzdem. Nach den Anweisungen der IRS zu Form 5472 muss eine solche LLC jedes Jahr eine Pro-forma-Form 1120 mit Form 5472 einreichen, in der sie Transaktionen mit ihrem Eigentümer und verbundenen Personen meldet. Das gilt auch dann, wenn die LLC keinen Gewinn und keine Steuer hat.

Die Strafe für eine fehlende oder unvollständige Meldung: 25.000 Dollar. Läuft der Verstoß nach einer Mahnung der IRS länger als 90 Tage weiter, kommen für jeden angefangenen Zeitraum von 30 Tagen weitere 25.000 Dollar hinzu. Eine unvollständige Form 5472 gilt nach den IRS-Anweisungen ausdrücklich als nicht eingereicht. Was zu tun ist, wenn eine Frist schon verstrichen ist, beschreibt der Beitrag Frist verpasst: die 25.000-Dollar-Rettung.

In der Vollkostenrechnung heißt das: Die jährliche Steuererklärung ist kein optionaler Komfort, sondern der Posten, der alle anderen absichert. Wer bei der Gründung spart und bei der Meldung nachlässig ist, hat am Ende die teuerste LLC.

Was nicht mehr kostet: die BOI-Meldung

Ein Posten ist 2026 weggefallen. Nach der endgültigen Regel der FinCEN vom 11. August 2026 sind in den USA gegründete Gesellschaften von der Meldung der wirtschaftlich Berechtigten befreit. Eine LLC, die in Wyoming, Delaware oder Texas gegründet wurde, muss also keinen BOI-Bericht mehr einreichen. Wer dafür noch bezahlt, zahlt für eine Leistung, die es nicht mehr braucht. Meldepflichtig bleiben nach FinCEN nur Gesellschaften, die nach ausländischem Recht gegründet und in einem US-Bundesstaat registriert wurden. Wer also eine europäische Gesellschaft in den USA registrieren lässt, statt eine LLC zu gründen, muss diesen Posten weiter einplanen. Die Hintergründe stehen im Beitrag BOI endgültig abgeschafft.

Kosten, die vom Geschäft abhängen

Einige Posten lassen sich nicht pauschal beziffern, weil sie vom Geschäftsmodell abhängen.

Sales Tax. Verkaufst du Waren oder bestimmte digitale Produkte an Kunden in den USA, kann in einzelnen Bundesstaaten eine Registrierungs- und Abführungspflicht entstehen. Das kostet nicht nur die Steuer selbst, sondern Zeit oder Software. Wann das passiert, zeigt der Beitrag Sales Tax für die US LLC.

Bankkonto und Zahlungsanbieter. Kontoführung, Überweisungen in andere Währungen und Gebühren für Kartenzahlungen sind je nach Anbieter verschieden. Hier lohnt der Vergleich mehr als bei der Gründungsgebühr, weil diese Kosten mit dem Umsatz wachsen.

Dokumente. Registerauszüge, beglaubigte Kopien und Apostillen kosten je nach Staat zwischen wenigen Dollar und knapp 200 Dollar pro Stück; in Delaware etwa 50 Dollar für ein einfaches Good Standing und 175 Dollar für die Langform. Dazu kommen Versand und gegebenenfalls Übersetzungen.

Buchhaltung. Eine LLC braucht saubere Bücher, schon allein für die Form 5472. Wie viel Aufwand das ist, hängt von der Zahl der Transaktionen ab.

Die Rechnung im Überblick

Für eine Single-Member-LLC eines ausländischen Gründers sieht die ehrliche Liste so aus:

  1. Einmalig: Gründungsgebühr des Staates (in den drei genannten Staaten 100 bis 300 Dollar), Operating Agreement, EIN-Antrag, gegebenenfalls Eilgebühren.
  2. Jährlich an den Staat: Jahressteuer oder Jahresbericht (60 Dollar in Wyoming, 400 Dollar in Delaware, in Texas meist nur ein Bericht ohne Steuer).
  3. Jährlich an Dienstleister: Registered Agent, Geschäftsadresse, Erstellung und Einreichung von Form 1120 und Form 5472.
  4. Nach Bedarf: Dokumente mit Apostille, Sales-Tax-Registrierung, Bankgebühren.
  5. Risiko: 25.000 Dollar pro versäumter Form 5472, Säumniszuschläge und Wiederherstellungsgebühren in jedem Staat.

Wer nur Punkt 1 vergleicht, vergleicht den falschen Preis. Ein Angebot, das mit 50 Dollar wirbt, sagt nichts über die Punkte 2 bis 5. Ein Komplettpreis, der alle Pflichten eines Jahres abdeckt, ist auf den ersten Blick teurer und am Ende oft die günstigere Rechnung.

Und die Steuern im Wohnsitzland?

Die US-Kosten sind nur die eine Hälfte. Wo die Gewinne deiner LLC versteuert werden, entscheidet nicht die LLC, sondern dein Wohnsitz. Wer in einem Hochsteuerland lebt, versteuert die Gewinne dort; die LLC spart dann keine Steuern, sondern kostet Gebühren. Ihren Sinn entfaltet sie für Menschen, die ihren Wohnsitz in ein Land verlegt haben, das die Auslandseinkünfte nicht oder gering besteuert. Für Deutsche nach dem Wegzug kommt die Frage der erweiterten beschränkten Steuerpflicht hinzu, erklärt unter § 2 AStG und die LLC.

Was unser Paket für ein ganzes Jahr enthält, von der Gründung über Registered Agent und staatliche Gebühren bis zur Steuererklärung mit Form 5472, steht auf der Seite mit unseren Komplettpreisen.

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